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Landschaftsformende Kräfte

Die besondere Lage auf der Nahtstelle von Kontinentalplatten
Die landschaftliche Gestaltung Neuseelands, die durch die außergewöhnliche Lage an der Kontaktzone von drei Kontinentalplatten bedingt ist, ist keineswegs abgeschlossen.

Vulkanismus
Starke vulkanische Aktivitäten schaffen vor allem auf der Nordinsel charakteristische Oberflä­chen­formen. Sie zeigen sich heute als trockene oder wassergefüllte Hohlformen, unterschied­lich geformte Kegelberge oder als dicke Lavadecken. Rezente Vulkane erreichen Höhen bis über 1500 Meter. Das dunkle Lavage­stein ist auf der Nordinsel fast überall anzutreffen. Wird dieses Gestein durch die Meeresbrandung aufgearbei­tet, entstehen die eigentümlichen schwarzen Sandstrände. Die Ursache der vulkanischen Eruptionen liegt in der Subduktion der Pazifischen unter die Indo-Australische Kontinentalplatte. Dabei wird Gestein aufgeschmolzen, und dringt als Magma an die Erdoberfläche. Die stärksten geothermischen Aktivitäten findet man auf der Linie von White Island bis zum Tongariro National Park, vor allem aber in der Region um Rotorua und Taupo.  Andauernde vulkanische Aktivitäten werden auch in Zukunft immer wieder zu neuen Oberflä­chen­formen führen. Mit einem für die Menschen katastrophalen Ausbruch muß jederzeit ge­rechnet werden.

Gebirgsbildung
Auf der Südinsel entsteht durch die Überschiebung der Kontinentalplatten ein Faltengebirge  -die südwestlich-nordöstlich verlaufenden Südalpen. Die Kammhöhe liegt bei 2000m. Gipfel­höhen über 3000 Meter sind jedoch keine Seltenheit -Mt. Cook erreicht sogar eine Höhe von 3764 Meter und Mt. Tasman die Höhe von 3498 Meter. In diesen hochalpinen Regionen be­decken Schnee und dicke Eispanzer ganzjährig die Felsen. Das viskose Eis fließt in mehreren Gletschern bis auf eine Meereshöhe von 250m herab. Der Tasman- und der Murchison-Glacier sind mit etwa 18 Kilometern die längsten Gletscher Neuseelands.

Sonstige Kräfte
Durch Spannungen an den Kontaktzonen der Kontinentalplatten kommt es zu häufigen Erdbe­ben. Schwache Erdstöße treten fast täglich auf. Mit einem heftigen Beben muß man jederzeit rechnen. Besonders gefährdet ist die Großstadt Wellington, wo man deshalb besonderen Wert auf erdbe­bensichere Bauweise legt. Manche Gebäude sind hier auf dicken Gummipuffern ge­baut, die die Stöße absorbieren sollen. Immer wieder kommt es nach starken Niederschlägen zu Erdrutschen und Murenabgängen, die die Landverbindungen unterbre­chen. Die Erosion des Meeres und die starken Winde an den Küsten sind weitere, nicht zu vernach­lässi­gende Faktoren, die zu einer ständigen Veränderung des Landschaftsbildes führen. Durch den globalen Anstieg des Meeresspiegels sind weitere Auswirkungen zu erwarten.

Wechsel von Kalt- und Warmzeiten
Durch immer wiederkehrende Kaltzeiten im Laufe der Erdgeschichte wird vor allem die Land­schaft der Südinsel glazial überformt. Das damit ver­bundene Absinken des Meeresspiegels bis zu 100 Meter führt dazu, daß die Cook- und die Foveaux-Strait in diesen Perioden trocken lie­gen. Glaziale sowie fluviale Ero­sion bewirken eine Gliederung der Ober­fläche.

In den Warmzeiten steigt der Meeresspiegel durch das Abschmelzen des Eises wieder an und überflutet weite Bereiche des Landes. Dadurch entstehen u.a. die Ria-Küsten der Marlborough Sounds und der Bay of Islands, sowie das Fjordland durch überflutete -glazial erodierte- Trogtäler. Die heute deutlich zu sehende glaziale Überformung, wie die Gletscherseen Lake Tekapo und Lake Pukaki, stammen aus dem Postglazial der letzten Eiszeit, die vor etwa 20.000 Jahren zu En­de gegangen ist.

Verwitterung
Physikalische, chemische und biologische Verwitterungsprozesse sind allgegenwärtig und fin­den ständig statt. Sie leisten einen bedeutenden Beitrag zur Einebnung von Landerhebungen. Die ex­ponierte Lage und das humide Klima Neuseelands führen zu einem raschen Fortschreiten der Verwitterung. Durch das abfließende Wasser der Niederschläge kommt es zu starken Erosionsleistungen.