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Tongariro National Park

Neuseelands erster Nationalpark ist vulkanisch geprägt. Er wurde 1887 gegründet. Bester Ausgangspunkt zum Er­kunden dieses Gebietes ist Whakapapa Village. Im DoC-In­formationscenter erhält man detaillierte Wanderkarten und ei­nen aktuellen Wetterbericht. Für die nächsten Tage hat sich Hochdruckeinfluß eingestellt. Das bedeutet Sonne und klare Sicht. Auf dem Campingplatz von Whakapapa Village errichte ich mein „Basislager“.

Wer ein Auto hat, sollte unbedingt bis zum Ski Field am Mt. Ruapehu hinauf­fahren. Ist der Schnee abgeschmolzen, zeigt sich eine Mondlandschaft aus erstarr­ter Lava, und man hat einen beeindruckenden Blick Richtung Mt. Ngauruhoe. Am westlichen Horizont zeigt sich bei guter Sicht Mt. Egmont mit seiner schneebe­deckten Spitze.

Zwei Wanderungen gehören in diesem Gebiet zum Pflichtprogramm: Durch steppenartige Landschaft führt der Weg zunächst zu den Taranaki Falls und schließ­lich zu den Upper and Lower Tama Lakes. Der fast vegetations­lose Tama-Sattel befindet sich zwischen Mt. Ruapehu und Mt. Ngauruhoe und bie­tet einmalige Aussichten auf diese Berge. Wer Badezeug mit hat, kann in den Seen baden. Trotz Sonne ist es heute durch sehr starken Wind kalt, und man hat so seine Mühe sich vorwärts­zubewegen. Deshalb sollte man auch für diese relativ kurze Wande­rung immer Pullover und Jacke mitnehmen. Die Gehzeit für Hin und Rückweg beträgt etwa 5 Stunden.

Mit dem Auto fahre ich von Whakapapa zum Parkplatz bei der Mangato­popo Hut. Über Busverbindungen gibt das DoC-Center in Whakapapa oder in Turangi Auskunft. Für diese Tour ist Tramping-Ausrüstung und gutes Schuhwerk erforderlich. Ehe man den Mangatepopo Sattel erreicht, wird’s „steep“, und ich bin froh, auf dem Pla­teau ausrasten zu kön­nen. Von hier besteht die Möglichkeit, den 2287m hohen Vul­kan Mt. Ngauruhoe zu besteigen -das dauert aber mindestens 1,5 Stun­den. Der Aufstieg über loses Lavagestein ist sehr anstrengend. Gut, daß ich Handschuhe mitha­be, da man sich vorwiegend auf allen Vieren den Berg hinaufbe­wegt, und die Lava sehr rauh ist. Steht man endlich am Kraterrand, entschädigt der Blick ins Land für die Strapazen. Eine fast un­wirkliche Landschaft umgibt das Tongariro-Massiv. Die Reste von Schneefelder, mineralhalti­gen Seen und die so karge Lavalandschaft ergeben ein einmaliges Panorama.

Der Abstieg vom Mt. Ngauruhoe geht schnell. Leichte Rücklage, mit den Haken fest in das lose Gestein treten, und in rasantem Tempo geht es abwärts!

Entweder geht man nun zum Ausgangspunkt zurück, oder über Mt. Tongariro, den Eme­rald Lakes weiter Richtung Ketetahi Hot Springs und vollen­det das Tongariro Crossing. Ich entscheide mich für letzeres. Nach dem weiten Weg durch und über Vulkankrater kommt das warme Quellwasser der Ketetahi-Springs, das in einem Bach den Hang hinunterläuft, wie gerufen, um sich zu rege­ne­rieren. Zum HW 47A sind dann noch etwa 1,5 Stunden zu gehen, die sich ganz schön ziehen kön­nen.

Die Gehzeit – ohne Ngauruhoe-Besteigung – beträgt etwa 8 Stunden.

Wer genug Zeit hat, und wenn das Wetter mitspielt, sollte die drei-Tages-Tour des Tongari­ro Northern Circiut ma­chen. Vier Hütten liegen auf dem Weg. Hut-Tickets gibt es in den Doc-Centern in der Region. Die­ser Track verbindet die Tama Lakes, Emerald Lakes und Mt. Ngauruhoe. Da der Weg durch das loses La­vagestein nicht ganz ungefährlich ist, und das Wetter sehr schnell umschlagen kann, ist gute Ausrüstung unbedingte Voraussetzung. Für mich ist dieser Weg einer der beein­druckendsten Neuseelands, und nicht so überlaufen wie das Togariro Crossing.